Viele Menschen erkennen bereits, dass langlaufen mehr als nur einen positiven Effekt für Körper, Geist und Seele mit sich bringt. Ob die Arm- und Beinmuskulatur oder Koordinations- und Gleichgewichtsfähigkeit, dem Körper wird einiges abverlangt. Die über 600 Muskeln, die für die Ausübung des richtigen Langlaufschrittes benötigt werden, sind beim Erlernen der Sportart nichts im Vergleich zur Konzentration. Und genau hier kommt das Thema Meditation ins Spiel.

Die frische Luft, verschneite Bäume, funkelnder Schnee, nur du inmitten der Natur. Alleine der Gedanke an diese entspannte Atmosphäre löst auch in den Momenten voller Anspannung und bei unkontrolliertem Augenliederzuckens ein überragendes Glücksgefühl aus.

Sitzt erst mal die Technik, kann das skizzierte, wunderschöne drum herum nicht nur genossen, sondern auch für Meditation genützt werden.

Während in der ersten Phase des Erlernens, also die anfänglichen Schritte in Begleitung von liebevoll fluchenden Gedanken den Kopf füllen, folgt die nächste Phase. Die Phase des Langlaufmantras:

„Fokus auf meine Beinarbeit, kräftiger Abstoß nach hinten, Ski flach am Boden, schöner Beinschluss, langes Gleiten, Knie nur leicht abgewinkelt, gerader Rücken und leichte Körpervorlage, Blick nach vorne in Fahrtrichtung. Nun meine Arme: Eng am Körper schwingen, aktives pendeln von vorne nach hinten, Hände je nach Stil fokussieren entweder beide zum Gleitski schwingend oder beim „Führungsarmstil“ Führungshand höher, kräftige Armarbeit, Einstechen in Bindungshöhe, aktiv nach hinten bewegen, meine Handflächen öffnen sich ab meiner Hüfte, durchstrecken und mit Schwung wieder nach vorne bringen. Gleichmäßiges, rhythmisches Armpendeln und die fließende Bewegung beibehalten. Lächeln nicht vergessen. Und repeat“.

Und hat sich erst mal das in diesem Fall dokumentierte Mantra für Skatingtechnik des täglichen Bedarfs für Anfänger ins Hirn eingebrannt, so folgt Phase drei. Nun ist die Basis geschaffen und die gewünschte Meditation kann in der nun finalen Phase je nach Belieben angewendet werden.

Ist man erst einmal in der dritten Phase, der Phase nach dem oftmals verfluchten Technikfokus angekommen, so breitet sich eine wohltuende, intensive Tiefenentspannung aus.

Ich zähle Langlaufen zu jenen Sportarten, bei denen sich die Gedanken nicht im Kreise drehen oder das Bedürfnis besteht, ernsthaft über etwas produktiv nachzudenken, ganz im Gegenteil.

Und das Schöne daran: hat man die beiden oftmals ungemütlichen Phasen eins und zwei durchgehalten, so gelingt einem ab diesem Zeitpunkt die Erreichung des besonderen Zustands von Phase drei bei jeder einzelnen Trainingseinheit. Ob man nur wenigen Minuten abends nach dem Büro oder an freien Tagen auch mal länger auf Langlaufski steht. Das Abschalten, Trainieren und Meditieren ist dir sicher.